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#1

Kanarische Kiefer

in Pflanzen 25.06.2012 12:36
von Insel-Charly | 773 Beiträge











Kanarische Kiefer







aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie








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Kanarische Kiefer
Kanarische Kiefer (Pinus canariensis)

Kanarische Kiefer (Pinus canariensis)


Systematik

Klasse:Coniferopsida
Ordnung:Koniferen
(Coniferales)
Familie:Kieferngewächse
(Pinaceae)
Unterfamilie:Pinoideae
Gattung:Kiefern
(Pinus)
Art:Kanarische Kiefer

Wissenschaftlicher
Name
Pinus canariensis
C.Sm.

Die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis), auch Kanaren-Kiefer
genannt, ist eine Pflanzenart
aus der Gattung
der Kiefern
(Pinus) innerhalb der Familie
der Kieferngewächse
(Pinaceae). Sie ist auf den Kanarischen Inseln endemisch.
Sie ist die wirtschaftlich wichtigste Baumart der Kanaren.




Inhaltsverzeichnis


[Verbergen]



Beschreibung [Bearbeiten]









Rinde










Nadeln










Reifer Zapfen










Samen



Habitus [Bearbeiten]


Die Kanarische Kiefer ist ein immergrüner
Baum, der
Wuchshöhen von 15 bis 25 Meter und Brusthöhendurchmesser
von 50 bis 100 Zentimeter erreicht. Im Südwesten Teneriffas
findet sich ein 60 Meter hoher Baum mit einem Stammdurchmesser von 265
Zentimetern. Damit ist die Kanarische Kiefer die größte rezente
Kiefer in der Alten
Welt
.[1]
Frei stehende Bäume besitzen eine breite und unregelmäßig geformte Krone.
In dichten Beständen bildet sie eine schmale pyramidenförmige Krone aus.
Jungtriebe werden zwischen 6 und 13 Millimeter dick. Sie ist in der Lage,
zum Beispiel nach Waldbränden aus dem Baumstümpfen,
Stämmen und Ästen auszutreiben. Die Lebensdauer wird mit 250 bis 300, in
Einzelfällen bis zu 600 Jahren angegeben.[2]


Knospen und Nadeln
[Bearbeiten]


Die großen und dicken Winterknospen
sind eiförmig bis zylindrisch geformt, spitz und nicht harzig. Sie sind von
braunroten Schuppen bedeckt. Diese Schuppen werden 10 bis 16 Millimeter lang
und 4 bis 5 Millimeter breit und besitzen eine freie zurückgebogene Spitze.
Der Rand ist mit langen Wimpern versehen.[2]


Die sehr biegsamen Nadeln
stehen dicht an den Langtrieben. An 10 bis 20 Millimeter langen Kurztrieben
stehen sie zu dritt. Sie werden 15 und 30 Zentimeter lang und rund 1
Millimeter breit. An Jungbäumen sind sie blaugrün und an Altbäumen grasgrün
gefärbt. An Altbäumen sind sie zudem auffallend glänzend und hängen über.
Die Nadeln sind zugespitzt und an den Rändern fein gesägt. Der Querschnitt
ist dreiseitig, und auf jeder Seite befinden sich 1 bis 3 Spaltöffnungen.
Die Nadeln verbleiben rund 2 bis 3 Jahre am Baum.[2]
Mithilfe der langen Nadeln ist die Art in der Lage, Nebelwolken „auszukämmen“,
wodurch es zu einem zusätzlichen Niederschlag durch Kondenswasser kommt. Es
werden so kleinräumig Niederschlagsmengen von rund 2.500 mm pro Jahr
erreicht.[3]


Blüten,
Zapfen und Samen
[Bearbeiten]


Die Kanarische Kiefer ist einhäusig-getrenntgeschlechtig (monözisch).
Die Blütezeit erstreckt sich von März bis April. An der Basis von einjährigen
Langtrieben
können auf einer Fläche von rund 10 mal 6 Zentimeter bis zu 150 männliche
Blütenzapfen stehen. Zu Beginn der Blütezeit sind sie grünlich gelb gefärbt
und rund 3 Zentimeter lang. Zum Verblühen hin verfärben sie sich rötlich.
Der Pollen
ist gelb. Die weiblichen Blütenzapfen stehen meist einzeln oder zu zweit,
selten in Quirlen an den Spitzen von Langtrieben. Sie sind grünlich rot gefärbt
und biegen sich nach der Blüte nach unten. Die kurz gestielten Zapfen
werden rund 7 bis 18 Zentimeter lang und 4 bis 8 Zentimeter dick. Sie reifen
im Herbst des 2. bis 3. Jahres und sind dann glänzend braunrot gefärbt.
Die Zapfenschuppen werden rund 4 Zentimeter lang und 2 Zentimeter breit. Bezüglich
des Zapfenfalls werden zwei Typen unterschieden. Beim ersten Typ verbleiben
die sterilen Schuppen am Zweig. Beim zweiten Typ löst sich der gesamte
Zapfen vom Zweig. Die graubraunen bis schwärzlichen und oft gefleckten
Samen werden rund 12 Millimeter lang und 6 Millimeter breit. Sie sind
verkehrt eiförmig und besitzen einen 12 bis 25 Millimeter langen Flügel,
dessen Rand leicht gewellt ist. Das Tausendkorngewicht
liegt zwischen 62 und 169 Gramm.[4].
Die Sämlinge besitzen meist 7 bis 9 lange und dünne Keimblätter (Kotyledonen)[5]


Rinde [Bearbeiten]


Die dicke graue bis rotbraune Stammborke
ist tief gefurcht und in schuppigen Platten aufgerissen. Bei Altbäumen kann
die Borke aus bis zu 50 Schichten bestehen. Die Rinde
von jungen Zweigen ist gelb und kahl. Sie verfärbt sich im 2. Jahr
mattbraun.[4]


Wurzeln [Bearbeiten]


Die Kanarische Kiefer bildet eine starke Pfahlwurzel
aus, die tief in den Boden reicht. Es werden kräftige Seitenwurzeln
gebildet, die auf flachgründigen Böden nur oberflächennah bleiben, aber
auf tiefgründigen Böden auch sehr tief wachsen können. Die Art geht mit
vielen Pilzarten, unter anderem mit 14 Arten der Risspilze
(Inocybe), eine Mykorrhiza-Partnerschaft
ein. [6]


Holz [Bearbeiten]


Das harzreiche dunkelrotbraune Kernholz
wird von einem hellen gelblichen Splint
umgeben. Die Jahresringe sind deutlich zu erkennen. Das Holz
der Kanarischen Kiefer ist im Vergleich zu anderen im Mittelmeerraum
heimischen Kiefernarten schwer, hart und sehr dauerhaft. Das Splintholz hat
bei einer Holzfeuchte
von 12 % eine Rohdichte
von 0,60 bis 0,75 g/cm³, eine Druckfestigkeit
von 53 N/mm² und eine Biegefestigkeit
von 116 N/mm². Das Kernholz hat bei einer Holzfeuchte von 12 % eine
Rohdichte von 0,92 bis 1,14 g/cm³, eine Druckfestigkeit von 47 N/mm² und
eine Biegefestigkeit von 124 N/mm².[7]


Verbreitung und
Standort
[Bearbeiten]


Die Kanarische Kiefer ist auf den Kanarischen
Inseln
endemisch. Man findet sie auf den Inseln Gran
Canaria
, Teneriffa,
La Palma,
La Gomera
und El
Hierro
. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst rund 50.000 Hektar
Waldfläche. Auf den Inseln Fuerteventura
und Lanzarote
fehlt die Art völlig.[8]
Sie wird im nördlichen Mittelmeerraum,
den südlichen USA,
in Südamerika,
Australien
und in Neuseeland
als Zierbaum
angepflanzt. In Nord- und Südafrika wird sie als Forstbaum angepflanzt.[9]


Die Kanarische Kiefer ist eine Baumart des trockenen
subtropisch-mediterranen Klimas, das auf den Kanaren vor allem durch den Nordost-Passat
geprägt wird. Im Winter ist die Feuchtigkeit gleichmäßig, und im Sommer
herrscht eine beständige Hitze- und Trockenperiode vor. Die mittleren
Jahrestemperaturen liegen zwischen 11 und 19° C. Die Extremtemperaturen
schwanken zwischen -6 und 40° C. Ausgedehnte Wälder wachsen vor allem in
der Nebelwolkenzone. Die Art benötigt eine Jahresniederschlagsmenge von
mindestens 300 mm. Es werden vor allem Andosol-Braunerde-
und vulkanische Rohböden besiedelt. Sie ist eine Pionierbaumart auf jungen
Lavaböden. Der pH-Wert
sollte unter 7,5 liegen.[3]
Man findet sie in Höhenlagen von 300 bis 2.300 Metern. In Mitteleuropa ist
die Kanarische Kiefer nicht winterhart.[8]


An Begleitpflanzen werden in tieferen Lagen die Baumheide
(Erica arborea) und der Gagelbaum
(Myrica faya) genannt. In der mittleren Zone, in Höhenlagen von
1.400 bis 1.900 Metern herrscht die Geißkleeart
Cytisus
proliferus
vor. Sie wird in höheren Lagen vom Klebrigen
Drüsenginster
(Adenocarpus viscosus), von Adenocarpus
foliolosus
und vom Teideginster
(Spartocytisus supranubius) abgelöst.[3]
Besonders auf Waldbrand- und Rodungsflächen tritt die Beinwellblättrige
Zistrose
(Cistus symphytifolius) vermehrt als Begleitpflanze auf.[5]









Holz



Nutzung [Bearbeiten]


Das wertvolle Holz
der Kanarischen Kiefer wird auf vielfältige Weise genutzt. Unter anderem
findet es Verwendung als Konstruktions- und Schnitzholz und zur Herstellung
von Geräten und Holzkohle.[8]
Es ist umstritten, wie wichtig das durch die Nadeln „ausgekämmte“
Nebelkondenswasser für den Wasserhaushalt der Inseln ist, da ein Großteil
dieses Wassers oberflächig abrinnt.[3].
Die Nadelstreu wurde früher zum Verpacken der auf den Kanaren angebauten
Bananenart Musa
acuminata
herangezogen. Es findet heute noch Verwendung als
Einstreumittel in Viehställen und gehäckselt als Kompost.[10]


Krankheiten
und Schädlinge
[Bearbeiten]


Am natürlichen Standort wird die Kanarische Kiefer kaum von Krankheiten
und Schädlingen bedroht. Gelegentlich werden die Nadeln von einem Rostpilz
aus der Gattung Coleosporium
befallen. Angepflanzte Bestände in Indien
erwiesen sich als sehr anfällig gegenüber dem Blasenrosterreger
Cronartium
himalayense
. In Südafrika
wurden der Wurzelfäule
auslösende Pilz Rhizina
undulata
und der Nadelpilz Dothistroma
pini
nachgewiesen. In den USA
wurde eine schwache Resistenz gegenüber dem Rostpilz Cronartium
comandrae
nachgewiesen. Bestände in Italien
sind dort weniger häufig durch die Umfallkrankheit
betroffen als andere Kiefernarten. Auf Befall mit der Kiefernschildlaus
(Matsucoccus josephi) reagierte die Art in israelischen
Anbauten mit der Bildung eines Wundperiderms,
das die weitere Entwicklung des Schädlings verhinderte. Die Art ist
besonders anfällig gegenüber dem Pinien-Prozessionsspinner
(Thaumetopoea pityocampa).[11]


Vor allem in über 40-jährigen Beständen kommt es immer wieder zu
Waldbränden, die großteils durch den Menschen ausgelöst werden. Die
schlecht verrottende Nadelstreu fördert dabei die Ausbreitung des Feuers.
Altbäume überstehen diese Brände aufgrund ihrer dicken Borke meist
unbeschadet. Sie sind außerdem in der Lage, aus Ästen und Stämmen mit Langtrieben
neu auszutreiben.[12]


Systematik [Bearbeiten]









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